Feel the Forest.

Ein Videoprojekt von Hauschka und Greenpeace
„Auf meiner letzten Platte habe ich mich viel mit dem Wald beschäftigt, mit meinen Erfahrungen in der Kindheit, die ich im Wald hatte und meinen positiven Verbindungen zur Natur. Mir ist wichtig, dass es um ihren Schutz geht - auch für meine Kinder und alle Generationen, die nach mir kommen. Das ist mir einfach ein großes Anliegen.“
- Volker Bertelmann, Mai 2020 -
The Movie
Feel The Forest
By Hauschka & Greenpeace
The Project

Im Sommer 2019 entstand die Idee eines gemeinsamen Filmprojekts von Hauschka und Greenpeace: Der international bekannte Pianist, Komponist und experimentelle Musiker Hauschka würde Greenpeace eine Komposition für einen Film schenken, der sich mit dem Wald beschäftigen sollte.

Bereits im Herbst 2019 war Hauschkas Sony Classical Debütalbum „A DIFFERENT FOREST“ erschienen. Der Oscar-nominierte Komponist beschreibt darin seine Erfahrung mit dem Wald als Metapher für die Suche nach dem Sinn des Lebens.

Was ist der Wald für uns Menschen? Woher rührt unsere Verbundenheit mit ihm? Welche Erfahrungen machen wir, wenn wir den Wald auf uns wirken lassen? Der Film, so der gemeinsame Wunsch von Greenpeace und Hauschka, sollte sich mit diesen Fragen beschäftigen.

Kurz nach dem Start des Projekts stand die Welt plötzlich still. Die Corona-Pandemie hatte auf die Pausentaste gedrückt. Es begann eine Zeit der Zwangsentschleunigung, die Fragen, Sorgen und auch existenzielle Ängste hervorrief. Führen wir wirklich das Leben, das wir leben wollen? Wie bin ich für solche Zeiten der Veränderung aufgestellt? Was spendet uns Kraft und Trost? Was brauchen wir eigentlich, um glücklich zu sein? Und: wieviel ist denn bereits vorhanden – um uns herum, in unendlicher Fülle, wenn wir es nur wollen? Die Realität zwang uns innezuhalten und uns selbst zu reflektieren, damit ermöglichte sie aber auch eine Chance, neue Perspektiven einzunehmen.

Gleichzeitig erreichten uns die ersten Meldungen zum Zustand unserer Wälder: durch vergangene Stürme, Dürren und Brände sind Deutschlands Wälder mehr als beeinträchtigt. Nach den Dürrejahren 2018 und 2019 waren sie bereits im April 2020 erneutem Trockenheitsstress ausgesetzt – es handelt sich um den dritt-trockensten April seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Folgen für die Wälder sind dramatisch, denn die Bäume werden anfälliger für Schädlinge. Immer mehr Waldflächen sterben ab. Auch dies führte uns die Pandemie vor Augen: Unsere Welt ist fragil und die menschlichen Möglichkeiten stoßen an Grenzen. Naturausbeutung stellt auch eine globale Gesundheitsgefahr für uns dar.

Wie groß die Sehnsucht nach Veränderung ist, zeigte uns eine Emnid-Umfrage, im Mai 2020 von Greenpeace in Auftrag gegeben. Über zwei Drittel der Befragten (77 Prozent) gab an, dass ihnen die Erfahrung von intakter Natur wichtig sei. Mehr noch: Jede fünfte Person (21 Prozent) meinte sogar, dass die Bedeutung der Natur für sie zugenommen hat - als Erkenntnis aus der Corona-Krise. Den Schutz des Klimas wollen 72 Prozent weiter vorantreiben, 61 Prozent für mehr Artenschutz sorgen. Viele Menschen suchen offenbar in Corona-Zeiten verstärkt die Nähe zur Natur und besinnen sich auf einen Ressourcen schonenderen Umgang mit unserer Umwelt.

„Wenn ich durch den Wald gehe oder wandere, entspanne ich mich. Ich fange an mich zu beruhigen oder denke über andere Dinge nach als sonst im Alltag. Es schafft im weitesten Sinne eine Atmosphäre um mich herum, wo ich merke: das reicht schon. Laufen, sich gesund fühlen, gucken, riechen… das ist eigentlich alles. Das hilft mir sehr“, beschreibt der Künstler Hauschka seine persönliche Naturerfahrung im Interview mit dem Regisseur Adrian Künzel (hier geht es zum Making Off). Das Musik-Video ist ungeplant ein Beitrag zur Life After Corona-Debatte geworden - aber auch eine Einladung, den Wald wieder zu erfühlen. Was wir lieben, schützen wir automatisch.

Wie kam es zum gemeinsamen Musikvideo-Projekt „Feel the forest“ mit Greenpeace?

Ich kenne einige Menschen, die mit Greenpeace zusammen Projekte gemacht haben, und fand das immer sehr interessant. Auf meiner letzten Platte habe ich mich viel mit dem Wald beschäftigt, über meine Erfahrungen in der Kindheit, die ich im Wald hatte und meine positiven Verbindungen zur Natur. Mir war es wichtig auch noch zu sagen, dass es mir auch um ihren Schutz geht, damit sie erhalten bleibt - auch für meine Kinder und alle Generationen, die nach mir kommen. Das ist mir einfach ein großes Anliegen.
Ich habe daraufhin Kontakt mit Greenpeace aufgenommen und zusammen haben wir überlegt, wie ein gemeinsames Projekt aussehen könnte. Mir ging es darum, Aufmerksamkeit für den Wald zu generieren, dass wir uns darüber im Klaren sind, was er uns Menschen eigentlich bedeutet.

Mir fällt dazu eine Erfahrung ein, die ich als Kind hatte. Das war zur Zeit des sauren Regens. Über dem Haus meiner Eltern liegt ein sehr dichter Nadelwald, ein riesiges Waldgebiet. Ich erinnere mich noch, wie dort immer die Helikopter entlangflogen und Kalkfässer entluden, um den sauren Regen zu neutralisieren. Das fand ich als Junge schon recht beeindruckend, aber auch verstörend, weil ich mich fragte: Was machen die da? Insofern war das Thema Wald - und sein Zustand - immer etwas, mit dem ich auch groß geworden bin.

Was empfindest du, wenn du heute im Wald bist?

Zum einen mag ich wahnsinnig gerne mit Menschen zusammen durch den Wald gehen. Wenn man spazieren geht oder eine Wanderung macht, dann hat man oftmals ein Ziel hat, das recht weit entfernt ist. Und da geht man halt hin und ansonsten passiert nichts Spektakuläres. Es gibt nur grüne Bäume und Wege und vielleicht hat man eine Karte, anhand derer man sich orientiert. Meistens hat man noch etwas zu essen mit und so geht man los… und macht eine Rast… und dann geht man wieder weiter und macht noch eine Rast… Vielleicht ähnlich, wie man romantischerweise denkt, dass sich die Leute auch vor 500 Jahren fortbewegt haben.

Ich weiß zum Beispiel, dass meine Eltern und Großeltern zu ihrem Arbeitsplatz viele Kilometer gelaufen sind. Das war eine richtige Reise. Sie mussten erst einmal zwei Stunden oder noch länger stramm gehen, dann haben sie gearbeitet und mussten denselben Weg abends wieder zurück. Der Arbeitsplatz war recht weit entfernt im nächsten Tal und sie mussten über Berge und durch die Dunkelheit laufen und das jeden Tag.

Wenn ich durch den Wald gehe oder wandere, entspanne ich mich hingegen; ich fange an mich zu beruhigen oder denke über anderen Dinge nach als sonst im Alltag. Es schafft im weitesten Sinne eine Atmosphäre um mich herum, wo ich merke: das reicht schon. Laufen, sich gesund fühlen, gucken, riechen… das ist eigentlich alles. Das hilft mir sehr.

Was fehlt dir heute im Verhältnis zum Wald? Rein menschlich betrachtet?

Grundsätzlich finde ich es schwierig, für alle zu sagen, wie die Welt funktionieren sollte. Ich glaube, es gibt noch immer viele Menschen, die sich im Wald und in der Natur ganz natürlich aufhalten und sie genießen.
Es geht eher darum bestimmte Auswirkungen des eigenen Verhalten und Konsumierens - und da schließe ich mich komplett mit ein - zu hinterfragen. Es muss ich Vieles ändern, um die Kette, in der sich der Wald quasi mitbewegt, abzuschwächen oder sogar zu kappen. Wir müssen verhindern, dass die Klimaveränderungen dazu beitragen, dass bestimmte Dinge, die wir jetzt noch sehen und genießen, irgendwann nicht mehr da sein werden.
Wir sollten lernen, gewisse Überlegungen ganz selbstverständlich anzustellen. Ganz einfache Sachen, wie: Brauche ich zum Beispiel eine bestimmte Menge an Tüten zum Einkaufen, oder nehme ich Taschen mit? Es fängt ja mit ganz kleinen Dingen an, die aber in der Menge der Menschheit dazu führen, dass sich eine Erleichterung für die Natur ergibt.

Der Film knüpft auch an Kindheitsanekdoten von dir an. Wie hast du den Wald erlebt, als du jung warst?

Ich habe als Kind immer mit dem Wald in meiner Nähe gelebt. Oft haben wir morgens unsere Rucksäcke gepackt, die Thermoskanne gefüllt und sind mit Wanderkarte losgelaufen. Manchmal haben wir auch in einem Gasthaus Pause gemacht, aber meistens haben wir mitten im Wald unsere Rucksäcke geöffnet und gegessen, und sind dann wir wieder weitergezogen. Bis heute mag ich das Gefühl, den ganzen Tag unterwegs zu sein an der frischen Luft; ein Ziel zu haben, aber auch nichts wirklich Wichtiges zu machen, das finde ich einfach wahnsinnig entspannend.
Aber es gab auch andere Begebenheiten im Wald. Ich bin in einer sehr strengen christlichen Gemeinde groß geworden mit vielen Wald-Gottesdiensten. Da war dann die ganze Gemeinschaft quasi im Wald. Wir Kinder haben dort gespielt und zwischendurch gab es Suppe für alle, und so überromantisch das jetzt klingen mag - schließlich war es in diesem religiösen Konstrukt auch sehr streng und eng und mitnichten alles gut - aber diese Ereignisse, die in der Natur stattfanden, die waren wahnsinnig toll. Das ist so eine Erinnerung.

Ich erinnere mich aber auch, wie meine Freunde und ich schon in einem recht frühen Alter mit unseren selbst gebauten Bögen im Wald gespielt haben. Meine Eltern hatten auch keine Sorgen, das etwas passiert. Manchmal haben wir uns dann sogar recht weit von zu Hause entfernt und wenn wir zurück nach Hause kamen, fühlten wir uns sehr selbstständig. Das sind sehr schöne Erfahrungen gewesen, die ich mit dem Wald hatte und die ich auch als Erwachsener heute nicht missen will.

Eine weitere Erinnerung: Es gab in der Nähe des Dorfes, in dem ich groß geworden bin, ein Waldschwimmbad. Um dorthin zu kommen, mussten wir mit dem Fahrrad durch den Wald, das Schwimmbad war vielleicht fünf Kilometer entfernt. Und dann wurde gebadet. Das war ein Naturfreibad, man schwamm da und manchmal kam ein Frosch vorbei. Da war kein Chlor im Schwimmbad, es war auch nicht beheizt und immer sehr kalt. Und wenn man sich dort an einem heißen Sommertag abgekühlt hatte im Wasser, ging es mit dem Rad durch den Wald wieder nach Hause.

Wie klingt Wald für dich? Und was ist die Herausforderung, deine Empfindung in Musik umzusetzen?

Genau, da geht es ja um zweierlei: Der Wald an sich, im Realen, hat ja einen Klang von Wind, Vögeln, ganz vielen verschiedenen Geräuschen. Da bewegen sich Äste gegeneinander, dann raschelt es irgendwo… Man hat die ganze Zeit eine Art von Geräuschkulisse, die sich zwischendurch auch mal beruhigt und dann passiert gar nichts. Als nächstes entstehen wieder Geräusche, da sind zum Beispiel Vogelstimmen und andere Tierlaute. In guten Wäldern, wie ich sie jetzt mal nenne, gibt es insgesamt viel Bewegung, wenn man ganz genau hinhört.

Für mich gibt es aber auch eine Art Geräusch, Sound, den der Wald macht, der gar nicht real ist. Den ich für mich empfinde, wenn ich am Klavier sitze. Es gibt Musik, die für mich genau den gleichen mentalen Zustand herstellt wie Wald. Wo ich merke: ah ja, so fühlt sich Wald für mich an, wenn ich nicht im Wald bin!

Die kann ich mit Hilfe des präparierten Klaviers kreieren, weil es so vielschichtige, geräuschhafte, auch vielleicht zufällige, spontane Geräusche erzeugt. Und mit dieser Tonalität entsteht eine gewisse Emotion, das sind skulpturenhafte Momentaufnahmen von Melodien, die etwas Flüchtiges haben und wieder weggehen… Und dann kommt der nächste, das ist fast wie ein Melodie-Traum, würde ich sagen, und diese Klangmomente erinnern mich sehr an den Aufenthalt in der Natur. Das kann im Wald sein, aber auch das Liegen in einer Wiese, in hohem Gras, wo ich den Insekten zuhöre, den Grashüpfern, Fliegen… Da ist einfach wahnsinnig viel Geräusch im Mikrokosmos. Das ist für mich genauso ein tief verwurzeltes Naturgefühl.

Wieso hast du dir Greenpeace als Partner gesucht? Was macht Greenpeace interessant für dich?

Mich hat Greenpeace eigentlich immer interessiert, weil Greenpeace immer so klar und entschlossen vorgeht. Und ich finde einfach, dass die heutige Zeit mehr und mehr einfordert, dass Änderungen konsequent angegangen werden. Meiner Meinung nach bleibt nicht mehr viel Zeit, um weiter herumzulamentieren und alle Interessengruppen zu berücksichtigen. Sicher ist es wichtig, verschiedene Interessen abzuwägen, aber es bringt ja keinem etwas, wenn man seine Interessen zwar respektiert sieht - etwa, wo man zum Beispiel seine Arbeit verrichtet und seine Produkte herstellt, oder seine Abgase in die Luft bläst - dies aber dazu führt, dass man am Ende gar nichts mehr davon machen kann, weil die Grundlage fehlt, überhaupt aus dem Haus zu gehen. Ich glaube, eine Zeit des Stehenbleibens wäre jetzt extrem wichtig, um zu schauen, wo wollen wir eigentlich als Gesellschaft hin und als Welt, die nun mal immer mehr zusammenhängt?

Wir können mittlerweile nicht mehr davon ausgehen, dass alles, was wir toll finden, in 50 Jahren noch so steht. Sondern wir müssen handeln. Zum Beispiel nachhaltige Energien fördern; Autos fahren, die keine Abgase in die Luft blasen, ohne dass man eine neue Technologie einführt, die auch wieder schlimm ist. Denn auch das ist ein Dilemma: wenn man sich etwas Neues ausdenkt, das einen Rattenschwanz an neuen Schwierigkeiten hinter sich herzieht, die mit der industriellen Herstellung einhergehen. Insofern bedarf es sehr vieler Überlegungen, wie die nächsten Schritte aussehen sollten. Und genau da kommt für mich die Arbeit von Greenpeace ins Spiel: darauf hinzuweisen, wo es nicht wirklich rund läuft, sondern schlecht und das auch mit einem gewissen Nachdruck. Man merkt ja selbst, dass es nicht reicht, ab und zu mal den Finger zu heben, äh, vielleicht könnten wir das mal anders machen? Sondern es braucht eine gewisse Aufmerksamkeit, um ein größeres Bewusstsein zu schaffen. Ich persönlich hoffe nur, dass wir Menschen da mehr und mehr vernünftig sind und merken, dass wir einen ganz kostbaren Planeten haben - und dass wir uns um ihn kümmern müssen.


It is time to act.

Greenpeace setzt sich in Deutschland und weltweit für konsequenten Wald- und Klimaschutz ein, damit Dürren und andere Folgen der Klimakrise dem Wald nicht weiter zusetzen und die Artenvielfalt bewahrt wird. Wälder müssen sich wieder natürlicher entwickeln können mit mehr Schutzgebieten und weniger Holzernte im Wirtschaftswald. Das sieht so aus: Junge Bäume wachsen von allein aus dem Boden, die Baumarten kommen an ihrem Standort natürlicherweise vor und sind gut an die dortigen Bedingungen angepasst. Ein Teil der älteren und stärkeren Bäume wird zur Holzgewinnung schonend gefällt und ein Teil der Bäume bleibt auch abgestorben im Wald.

In naturnahen Mischwäldern finden viele heimische, teilweise vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten eine Heimat. Sie sind weniger anfällig als gepflanzte Forste, binden mehr CO2 und können viel Wasser speichern, was sie besser für Dürre und andere Folgen der Klimakrise wappnet. Hierfür setzen wir uns mit vielfältigen Aktivitäten gegenüber der Politik, Forst- und Holz-Wirtschaft sowie der Öffentlichkeit ein.

++ Werde aktiv ++

Wenn du dich für den Schutz unserer Wälder hier in Deutschland und auch weltweit einsetzen möchtest, dann werde Teil unserer Community. Auf Greenwire findest du Mitmachaktionen und Ideen und Inspiration, eigene Aktivitäten umzusetzen. Seid dabei! Der Wald braucht DICH - so wie DU den Wald brauchst.

iframe style="position: absolute; width: 100%; height: 100%; left: 0px; top: 0px; border: 0px none; visibility: hidden; z-index: -2147483647; pointer-events: none;" srcdoc="">